Rütte-Forum
Zentrum für Psychotherapie, Selbsterfahrung und Weiterbildung in der Transpersonalen Psychologie und Initiatischen Therapie

Sonntag, 8. Oktober 2017

8.00 - 9.00 Uhr       Oswald Hebermehl    MEDITATION  - Einstimmung und Lautenmusik -

8.00 - 9.00 Uhr       Elke Faigle               TAIJI - chinesisches Bewegungssystem -

Wir machen uns die Weisheit der Jahrtausende alten chinesischen Kultur, die Philosophie des Tao, die in der Form enthalten ist, nutzbar. Gesundheit, Selbstverteidigung und Meditation sind drei Aspekte von Taiji, auf die wir an diesem Morgen eingehen werden.


VORTRÄGE


10.30 - 11.30 Uhr  Günter Langwieler    "ICH BIN ALLERDINGS ARG MIT DER ZEITGESCHICHTE ZUSAMMENGESTOßEN"

                                                                    - C.G. Jungs Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Deutschland –

Jungs Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Deutschland begann sofort nach der Machtergreifung Hitlers im Frühjahr 1933 und fand ihren Abschluss in Jungs Kollektivschuld-These 1945. Seine Stellungnahmen in Vorträgen, Aufsätzen und Interviews stießen auf ein sehr kritisches Echo, nicht nur bei seinen Zeitgenossen. Jede Generation von jungianischen Psychoanalytikern - und das gilt bis heute - hatte und hat ihre Mühe mit diesem Erbe des Jungschen Werks. Es wirft einen Schatten auf das übrige Werk. Die Reaktionen reichen von Ignorieren und Verleugnen über Beschönigungen bis hin zu radikalen Anklagen. Was stimmt denn nun? War Jung Antisemit? Hat er eine rassistische Psychologie vertreten? War er gar ein Anhänger des Nationalsozialismus? Jung selbst hat diese Fragen immer wieder und eindeutig, in Briefen und öffentlich, mit nein beantwortet. Dennoch blieben die Vorwürfe im Raum, bis zum heutigen Tag. Das liegt nicht an den historischen Fakten selbst. Diese wurden sorgfältig und zweifelsfrei zusammengetragen, allen voran von Jung selbst.Der Dissens betrifft die Interpretation dieser Fakten. Ich will dies an drei Kontroversen über drei Schriften C.G. Jungs und einem Interview  verdeutlichen: sein Aufsatz von 1934 "Zur gegenwärtigen Lage der Psychotherapie", sein Artikel "Wotan" von 1936, sein Knickerbocker-Interview über die drei Diktatoren Mussolini, Stalin und Hitler von 1938/9 und sein Artikel "Nach der Katastrophe" von 1946. Die Inhalte dieser Veröffentlichungen reichen vom Verhältnis von Führer und Masse, über Kultur-Relativismus vs. Kultur-Universalismus bis hinzu Empfehlungen an den Westen für den Umgang mit Hitler und den Deutschen und schließlich zur Frage einer kollektiven Schuld der Deutschen.

 


12.00 - 13.00 Uhr  Tilmann Moser   "ÜBER DAS GROßE SCHWEIGEN DER NS-ZEIT. DIE LAST DER ERINNERUNG"